Freilandhaltung
Die 1 vor dem Länderkürzel bedeutet, dass die Legehennen neben dem Stall tagsüber zusätzlich uneingeschränkt einen strukturierten Auslauf von 4m² je Henne nutzen können. Der Stall entspricht dabei dem Prinzip der Bodenhaltung. Im Auslauf befinden sich Unterschlupfmöglichkeiten zum Schutz vor Raubvögeln und gegebenenfalls zusätzliche Tränken. Somit haben die Legehennen in der Freilandhaltung die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Allerdings können während des Auslaufs z. B. der direkte Kontakt mit dem Kot sowie unkontrollierbare Witterungseinflüsse zu Problemen bei der Tiergesundheit führen. Die Besonderheiten der Auslaufhaltung erfordern daher ein angepasstes Management auch hinsichtlich der Tiergesundheit.
Bodenhaltung
Die 2 vor dem Länderkürzel bedeutet, dass die Legehennen in Bodenhaltung in einem geschlossenen Stall leben.
Im gesamten Stall können sich die Hennen frei bewegen. Der Tierbesatz beträgt 9 Hennen/m2; nutzbare Fläche.
Die Hennen suchen zur Eiablage Nester auf und ruhen auf Sitzstangen. Ein eingestreuter Bereich muss den Legehennen während mindestens 2/3 der Hellphase zugänglich sein. Aus Hygienegründen muss die Einstreu regelmäßig nachgestreut oder ausgewechselt werden.
Die Versorgung mit Futter und Wasser erfolgt automatisch. Zur Verringerung des Risikos, in direkten Kontakt mit dem Kot zu kommen, werden Gitter aus Kunststoff über Kotgruben ausgelegt oder Entsorgungsbänder eingesetzt, so dass die Hennen weitgehend von ihren Ausscheidungen getrennt werden. Um ein gutes Stallklima, gute Hygienebedingungen,
gesunde Tiere und optimale Produktqualität bei der Bodenhaltung zu gewährleisten, ist ein erhöhter Betreuungsaufwand nötig.
Kleingruppenhaltung
Als gleichermaßen tiergerechte wie wirtschaftlich neuartige Haltungsform wurde die Kleingruppenhaltung in Deutschland
entwickelt. Die Eier daraus werden mit der Ziffer 3 gekennzeichnet. Die Mindestfläche der Kleingruppe je Einheit beträgt 2,5 m2 und bietet bei 800 cm2 Fläche pro Legehenne insgesamt Platz für ca. 30 Hennen. Ausgestattet mit räumlich optimal angeordnetem Nest, Sitzstangen und Scharrmöglichkeit können bei einer entsprechend erweiterten Gesamtgrundfläche je Einheit bis zu 60 Legehennen ihre Verhaltensweisen, z. B. bei der Eiablage im Nest, beim Scharren und Staubbaden, bei einem insgesamt erweiterten Bewegungsraum ausleben. Auch die Höhe der Einheiten ist für die Hennen ausreichend dimensioniert. Außerdem ermöglichen die kleinen Gruppen eine stabile Rangordnung. Die Gruppengrößen entsprechen den artspezifischen Verhaltensweisen der Hennen und verbinden die Vorzüge der Tiergesundheit mit denen der Produkthygiene. Bedingt durch das optimale Raumangebot und die damit einhergehenden Bewegungsspielräume sind Gefieder- und Fußschäden sehr gering.
Quelle: CMA